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Wirtschaft trifft Politik: Der Knowhow-Transfer 2018 im Bundestag

Was machen Bundestagsabgeordnete eigentlich den ganzen Tag? Wie arbeiten Ausschüsse zusammen? Wer unterstützt Bundestagsabgeordnete im Hintergrund?

Diesen Fragen gingen rund 200 Junior*innen aus ganz Deutschland in der Zeit vom 14.-18.05.2018 in Berlin auf den Grund. Ein einzigartiges Projekt, an dem auch fünf Kölner*innen teilnahmen und je eine*n Abgeordnete*n bei der täglichen politischen Arbeit begleiteten.

Dabei durften die JayCees alles miterleben, was die Abgeordneten erlebten. Es gab viele spannende Sitzungen und Meetings, wie beispielsweise:

  • Ausschusssitzungen zu Fragestellungen wie z.B. europäisches Verbraucherrecht
  • Treffen mit internationalen Gästen zu Themen wie z.B. Menschenrechte
  • Wirtschaftsforen mit diversen Unternehmen
  • Veranstaltungen mit diversen Verbänden aus der Wirtschaft und Gesellschaft wie z. B. Transparency International
  • Einen Besuch der ukrainischen Botschaft mit dem Botschafter Andrij Melnyk
  • Den Besuch der Generaldebatte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel
  • Abendveranstaltungen in verschiedenen Ländervertretungen
  • Treffen mit Vertretern der Wirtschaft wie dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum, Tesla und RWE
  • Führungen durch das Bundeskanzleramt, den Bundestag und Bundesrat sowie das Abgeordnetenhaus
  • Interviewtermine mit Radio und Fernsehen

 

Die Junioren*innen erhielten Einblicke in die tägliche Arbeit der Abgeordneten und ihrer Büros. Dort sitzen hoch qualifizierte Mitarbeiter*innen, die den Abgeordneten zuarbeiten. Während die Abgeordneten von Termin zu Termin “eilen“ und von morgens 7 bis abends 22 Uhr fast durchgängig in Ausschüssen, Arbeitskreisen, Sitzungen und Terminen arbeiten, bereiten die Büros die Themen vor und nach. Zwischen den Terminen finden die Abgeordneten kurz Zeit, sich mit Ihren Angestellten auszutauschen und die Themen des Tages zu diskutieren.

Der Know-how-Transfer der Wirtschaftsjunioren Deutschland ermöglicht jedoch auch Einblicke in nicht ganz alltägliche Situationen im Parlamentsbetrieb: Beispielsweise als Alice Weidel bei der Generaldebatte durch den Bundestagspräsidenten eine Rüge erhielt.

Der am nächsten Tag durch die AFD eingereichte Widerspruch gegen diese Rüge und der Antrag einer namentlichen Abstimmung dazu, brachte 709 Abgeordnete an die Urne. Die Abstimmungssirenen erklangen in allen Abgeordnetenhäusern. Alle Mitglieder des Bundestages mussten ihre Arbeit unterbrechen, um ihre Stimme namentlich für oder gegen diesen Widerspruch abzugeben.

So konnten die Kölner Junior*innen eine Oppositionspartei live erleben, der es nicht um Inhalte ging. Respektloses Verhalten im Bundestag, auch gegenüber der Deutschen Bundeskanzlerin ist kein Werkzeug um ein Land zu stärken. Junior*innen stehen für einen kritischen aber respektvollen Umgang miteinander und für die Förderung von Vielfalt.

Zum Glück durften die JayCees auch viele inhaltliche Themen verfolgen. Internationaler Austausch, Zusammenarbeit in der EU und Digitalisierung waren parteiübergreifend zentrale Themen. Aber auch die “kleinen” Themen sind nicht zu kurz gekommen. Die Einen diskutierten über die Angleichung von Bahnsteighöhen im deutschen Schienennetz, die Anderen beschäftigten sich mit der Frage, welche Auswirkungen die ansteigende Verbreitung der Wölfe in deutschen Wäldern mit sich bringt.

Fazit der Woche: Hart arbeitende Abgeordnete, die engagiert sind, die etwas verändern und bewegen wollen. Eine Oppositionspartei, die mit einer destruktiven Einstellung das Land ausbremst.

Vielfalt im deutschen Bundestag ist wichtig. Unterschiedliche Parteien, unterschiedliche Herkunftsorte, unterschiedliche und kritische Meinungen. Nur durch Perspektivwechsel und den Blick aus vielen Richtungen auf ein Thema, können wir gute Lösungen finden.

Wir sollten aus der Vergangenheit lernen, einer Vergangenheit in der Vielfalt schon einmal unterbunden werden sollte und bei den nächsten Wahlen das Kreuz an der richtigen Stelle machen. Lasst uns weiterhin die Diskussion suchen, wenn Menschen diese Vielfalt wieder rückgängig machen wollen.

Die Wirtschaftsjunioren wollen den hiesigen Standort stärken. Dazu brauchen wir eine starke, konstruktiv arbeitende und vielfältig zusammengestellte Vertretung in den Parlamenten, die sich mit den Aufgaben der Zukunft auseinandersetzt. Geeignete Fachkräfte, eine gut ausgebaute Verkehrs- sowie digitale Infrastruktur muss für nachfolgende Generationen geschaffen werden.

 

 

Bildquellen

  • KHT 2018: K.Wendt
Marke Köln