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Viktoria auf der re:publica 2018: „Überall Unternehmen Vielfalt“

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“ (Francis Pikabia)

Auf der re:publica in Berlin trifft sich die linke Bourgeoisie der Medienwelt und ich sauge alles auf und bin geflasht von dem Input. Die Stimmung ist chillig, alles ist bunt – und auf eine seltsam ruhige Weise wild. Allerdings: Die klare Mehrheit vermittelt diesen Stil, und ich frage mich, ob es Einheitsbrei und damit gerade nicht vielfältig ist?

Frauen, Männer – und andere Randgruppen
Bei vielen Programmpunkten geht es um Gleichberechtigung. Zunächst umgehe ich diese Themen – „immer diese jammernden Frauen“ –, doch die Realität zeigt: Es gibt zwar Frauen wie Marieke Reimann (Chefredakteurin von Zett, Partner von Zeit Online), die in der Medienwelt ihren Platz gefunden haben und damit anderen jungen Frauen Mut machen und den Weg ebnen. Dennoch sind Frauen noch immer eine Randgruppe in der freien Wirtschaft, wie Menschen mit Behinderung oder mit anderen kulturellen Hintergründen als dem deutschen.
Doch es gibt manchmal noch eine: Ich sehe eine überraschend lustige Anne Will, die es sehr bedauert, dass ihr Team in ihrem Unternehmen so gar nicht divers ist: Es sind zu wenige Männer bei ihr angestellt. Ihr fehlt z.B. dringend ein Mann, der im Osten aufgewachsen ist und mit seinen Blickwinkeln bestimmte Themen redaktionell anders bearbeiten könnte.
Genau das ist Unternehmen Vielfalt: Alle Möglichkeiten, alle Ziel- und Randgruppen, alle Aspekte, die der Markt uns bietet, sehen, nutzen, verbessern.

Vielfalt – und was Google dazu sagt
Das Motto der re:publica 2018 lautet „Pop the Bubble“ („Lasst die Blase platzen“). Es bezieht sich auf die Filterblasen im Internet, welche uns die Global Player Google, Facebook & Co. aufzwängen und damit die Vielfalt im Netz stark einschränken.
Die Kurzform POP weckt dabei verschiedene Assoziationen neben der massentauglichen Populärkultur, denn sie ist auch die Abkürzung für „Power of People“: Es geht um die Menschen selbst, nicht bloß um digitale Technologien. Immer wieder geht es auch um Politik und die Frage, wie mit dem Rechtsruck in Europa umgegangen werden kann, analog und digital. Ich konnte dazu keine Lösungen für mich herausfiltern, aber die Debatten und die vielfältigen Blickwinkel haben viel angeregt.

Vielfalt, ja – aber bitte konform?
Zum Schluss muss die re:publica ihre Haltung zur Vielfalt kritisch hinterfragen: Die Bundeswehr startet die Guerilla-Aktion „zu bunt gehört auch grün!“, weil ihr ein Stand verwehrt wurde.
Puh, das sitzt. Also doch nur Einheitsbrei auf dem eigenen Teller? Vielfalt bedeutet doch, über den Tellerrand zu schauen! Sie kann dazu führen, dass man mit alten Gewohnheiten brechen oder sie zumindest in Frage stellen muss – sie soll es aber auch. Und ja, sie ist manchmal anstrengend, vor allem, wenn es um Veränderungen geht, auch bei sich selbst. Doch wer das nicht wagt, wird nicht gewinnen.

Und was die Digital Media Women auf der re:publica so taten, könnt ihr im folgenden Video sehen.

Quelle: Viktoria Peveling

 

 

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Bildquellen

  • Viki republica screenshot: Viktoria Peveling
  • republica: Viktoria Peveling
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