Suche
Suche Menü
Allgemein

Best Practice zwischen Säge und Touchscreen – espresso digitale zum Messebau

Das neue Format der WJ Köln hat einen fulminanten Start hingelegt: Mehr als 20 Junioren, Interessierte und Gäste fanden sich am 27.2. im Café Bauturm zwischen alten Büchern zusammen, um mit dem Geschäftsführer des Messebau-Unternehmens Walbert-Schmitz GmbH, Michael Kiesewetter, über Best Practice in der Digitalisierung zu diskutieren. Die Projektleiter David Stammel und Tobias Schwarz führten clever und spannend durch den Morgen und hinterließen nach zwei Stunden Diskussion Espresso- und Wissens-gefüllte Gäste in anhaltenden Gesprächen.

Reale digitale (Messe-)Welt
Herr Kiesewetter berichtete zunächst von den zahlreichen und gravierenden Veränderungen der letzten Jahre im Messebau. Bei diesem absoluten Termingeschäft hat die Digitalisierung die Säge nicht abgeschafft, der GmbH mit 120 Mitarbeitern jedoch zu 25 Servern, 130 PCs, unzähliger Software, Grafik- und 3D-Render-Programmen verholfen: „Läuft eines dieser Programme nicht, ist Stillstand angesagt – dann geht wirklich nur noch die Säge.“ Die Systeme sind redundant aufgebaut, um das zu verhindern, und die Kosten lohnen sich, denn die Verfügbarkeit der digitalen Lösungen ist extrem sinnvoll – wenn der Kunden am Ende besser dasteht als zuvor, das ist stets das klare Ziel.

Es geht auf Messen nicht mehr um Papp-, sondern vielmehr um LED-Wände, Touchscreens, Apps zur Überbrückung von Wartezeiten, für den schnellen, digitalen Informationsaustausch zwischen Kunden und Kundeskunden und Augmented-Reality-Erweiterungen. Entscheidend sind also nicht mehr die mechanischen Möglichkeiten, sondern die Kombination zwischen digitalen Simulationen, intelligenter Performance und analogem Handwerk – damit der Toiletten-Spülgang immer und immer wieder bestaunt werden kann, ohne Wasser zu verschwenden.

Von Menschen und Mails
Wie Messen in 15 Jahren aussehen werden, möchte Herr Kiesewetter nicht vorhersehen müssen, für sein Gefühl „fährt Walbert-Schmitz auf Sicht, was die Zukunft angeht“. Klar ist für ihn jedoch, dass bei allen hard Facts Empathie und soziale Kompetenz immer eine Rolle spielen werden, noch kommunizieren Menschen mit Menschen und treffen Kaufentscheidungen auf emotionaler Ebene, oft face-to-face. Hier müssten die Lösungen allerdings noch optimiert werden, denn der Kommunikation sind zurzeit keine Grenzen gesetzt: „Wenn Kunden mehrmals täglich ihre Anfrage ändern oder uns während eines Auftrags mehr als 50 Mails am Tag, jeden Tag schicken, wird sinnvolle Kommunikation und produktives Arbeiten schwierig. Das wäre mit dem guten alten Briefporto früher nicht passiert.“ Hinzu kommen extrem verkürzte Reaktionszeiten, zahlreiche redundante Informationen und die Scheu vor klaren, allein gefällten Entscheidungen – man kann ja alle einbinden.

Noch einen Espresso, bitte!
Herr Kiesewetter bleibt dennoch gelassen, man müsse nicht bei allem mitgehen, der USP macht’s, ob analog oder digital. Live hat er die Junioren und Gäste mit seiner Berliner Art schlicht mitgerissen und die Welt der digitalisierten Messestände so spannend geschildert, dass manches Croissant vergessen wurde. Die folgende Diskussionsrunde blickte zudem noch über den Messe-Tellerrand und fügte die Inhalte geschickt in das digitale Ganze unserer Wirtschaft. Jeder hat bei espresso digitale etwas mitgenommen – und jeder freut sich schon jetzt auf das nächste analoge Frühstück zum digitalen Wandel.

Marke Köln