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Politik und Wirtschaft in Aktion – die Wirtschaftsjunioren im Landtag

Zwölf Wirtschaftsjunioren machten sich am 9.4. auf den Weg nach Düsseldorf, um Wirtschaft und Politik zusammenzubringen, nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch: Mit einem Besuch des Landtages. Das Programm war vielseitig und ermöglichte Einblicke in den Arbeitsalltag der Landespolitiker – denn ja, gearbeitet wird dort. Lange und intensiv.

Bei einer Einführung werden Grundstrukturen und Abläufe kurz vorgestellt. Für das Gebäude, welches 1989 als erstes gezielt für ein Parlament errichtet wurde, bekam der Architekt eine einzige Vorgabe: Der Plenarsaal muss rund sein. Dies ist gelungen. Umso interessanter die Tatsache, dass die ebenfalls runden Plenarräume für dritte, vierte oder gar fünfte Parteien im Landtag nachträglich gebaut bzw. provisorisch eingerichtet wurden: Wissenschaft und Gesellschaft waren in den 1980er Jahren der Meinung, dass wir zukünftig in einer Zwei-Parteien-Landschaft leben werden und zwei Plenarräume entsprechend ausreichend sind …

Auch im weiteren Verlauf bleibt das vielleicht erwartete „das weiß man doch” eher aus, weitere Aha-Effekte stellen sich stattdessen ein: Die Begriffe „Fraktion” vs. „Partei” – so war das, richtig. Die Sitzordnung und die übertragenen Zugehörigkeiten der „linken” und „rechten” Parteien, historisch gewachsen, daher nicht immer deckungsgleich mit den politischen Positionen – ach ja, genau. Stenografen (ja, es gibt sie noch immer, denn Computer können beispielsweise wildes Durcheinander und nicht-verbale Zustimmung (noch) nicht erkennen und analysieren) wechseln sich in Plenarsitzungen alle 8 Minuten bzw. 3.600 Zeichen ab – wow.

Der Besuch einer solchen Plenarsitzung gab einen ersten direkten Einblick in die Umsetzung politischer Arbeit. Themen wie die „Neuregelung des Wohnungsaufsichtsrechts und einer wohnraumrechtlichen Vorschrift” und die „Finanzierung der Entsorgung von Atomanlagen durch die Eigentümer” wurden debattiert – nicht immer und nicht für jeden im Saal die relevantesten Inhalte. Entsprechend ging es zur Abstimmung wie im Taubenschlag zu: Abgeordnete kamen, besprachen sich nochmal, hoben die Hand in Zustimmung oder Ablehnung, gingen wieder. Die typischen Vorurteile Politikern gegenüber können wir hier aber sicher nicht bestätigen. Solche Sitzungen laufen knappe 12 Stunden – und sind nur ein relativ kleiner, eher abschließender Teil der eigentlichen Arbeit.

Das persönliche Treffen mit dem Abgeordneten Christian Möbius (CDU) hat unseren Eindruck von Engagement und Arbeitswillen bekräftigt: Arbeiten im eigenen Wahlkreis in Köln, Ausarbeitung von Themen des Landtags, Reden schreiben, Bürger (und Wirtschaftsjunioren) treffen, in Ausschüssen sitzen, Sitzungen besuchen – und am Wochenende bürgernah und engagiert zu Veranstaltungen aller Art gehen. Nein, Faulheit leisten sich Macher in der Politik ebenso wenig wie die in der Wirtschaft. Und das vor Ort zu erleben, war schlicht spannend.

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