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42tausend ist gelaufen – und hat 2.000 Euro Spendengelder eingesammelt – Teil II

Durch unseren dreimonatigen Spendenlauf 42tausend haben wir 2.000 € gesammelt, um „Juttas Suppenküche e.V.“ sowie „Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose“ zu unterstützen. Wir danken an dieser Stelle allen Läufern und deren Spendern, die einen Spendenbetrag pro Kilometer gestellt haben!

Im zweiten Interview möchten wir nun Herrn Iffland und das Projekt „Gulliver Überlebensstation für Obdachlose“ persönlich vorstellen. Vielleicht möchte der eine oder andere, der dies liest, noch persönlich für diese wunderbaren Projekte spenden.

Gulliver wie eine Reißleine

Herr Iffland, bitte stellen Sie Gulliver kurz vor.

Herr Iffland: Am 05. Januar 2001 ist mit der Überlebensstation GULLIVER ein Standort für die Unterstützung obdachloser Menschen gewählt worden, der in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof, dem Rheinufer und der Altstadt liegt: der Bahnbogen 1 der Hohenzollernbrücke.

GULLIVER bietet als erste modellhafte Einrichtung seiner Art in Deutschland für seine Gäste ein Angebot, dass sich durch ausgedehnte Öffnungszeiten vom frühen Morgen bis zum späten Abend und an den Wochenenden auszeichnet. Damit werden Randzeiten abgedeckt, in denen Obdachlose diese Hilfen besonders notwendig brauchen.

  • Um das Überleben auf der „Platte“ zu sichern, bietet GULLIVER u.a. folgende Angebote zur physischen und psychischen Versorgung:
  • körperliche Hygiene (Duschen, Toiletten etc.)
  • „Dormitorium“ – Tagesschlafraum
  • Waschmaschine und Trockner
  • Kleiderkammer
  • Friseurangebot
  • Akkuladestation, z.B. für Mobiltelefone
  • postalische Erreichbarkeitsadressen
  • Frühstück und Abendessen, diverse kleine Mahlzeiten im Cafébereich
  • Info-/Jobbörse und Internetnutzung an zwei PC´s
  • Beratungs- und Gruppenangebote
  • offene und geschlossene Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung
  • regelmäßig wechselnde Kunstausstellungen und Kulturangebote.

Wie wird das Projekt umgesetzt? Und welche Zusatzleistung bietet Gulliver noch über die Hilfe für obdachlose Menschen hinaus?

Herr Iffland: Darüber hinaus eröffnet GULLIVER als Beschäftigungsprojekt wohnungslosen Menschen eine sinnstiftende Tätigkeit. In der Regel handelt es sich bei den Mitarbeitern im GULLIVER um langzeitarbeitslose Personen mit besonders schwierigen Lebensumständen (Wohnungslosigkeit, Verschuldung, Suchtproblematik usw.). Für diese Menschen entwickelten wir ein stufenmodellartiges Beschäftigungsprojekt, das die besonderen Bedarfe und die besonderen Lebensumstände der betroffenen Menschen berücksichtigt.

Ziel ist es, in einem sinnvoll genutzten, bisweilen mehrjährigen Förderzeitraum (2-4 Jahre) die Mitarbeiter für den ersten Arbeitsmarkt, zumindest aber für den zweiten Arbeitsmarkt zu qualifizieren und vorzubereiten und sie bei der Stellensuche, Vermittlung in Arbeit und bei der Lösung ihrer persönlichen und sozialen Schwierigkeiten zu unterstützen.

Wie funktioniert das genau?

Dieses Modell eröffnet den Gästen der Einrichtung die Möglichkeit, in der Anfangsphase einen Einstieg in Arbeit als so genannte „Tagelöhner“ mit einer geringen Tages- und/oder Wochenstundenarbeitszeit zu finden. In der stufenweisen Fortsetzung dieses Einstieges ist die Beschäftigung z. Zt. als Integrationsjobber, möglich. Bei Eignung und Qualifizierung steht als „Endphase“ ein befristetes einjähriges Arbeitsverhältnis als Vorarbeiter zur Verfügung. Im Anschluss an diese letzte Phase wird die Integration in den ersten Arbeitsmarkt angestrebt.

In der psychosozialen Begleitung unterstützen wir unsere Mitarbeiter bei der Perspektivenentwicklung in den Bereichen Wohnen und Arbeiten und beraten u.a. in den Bereichen Justiz, Schulden, Ämter- und Behördenangelegenheiten. Zudem ist die Persönlichkeitsentwicklung ein wichtiges Thema, z.B. das Erarbeiten von Handlungsstrategien in Konfliktsituationen.

Herr Iffland, wofür wird Gulliver das Spendengeld verwenden?

Herr Iffland: Wir benötigen Ihre und andere Spenden, um unsere Arbeit tun zu können.

Zudem gibt es für die sog. „Overheadkosten“ weder kommunale noch regionale Mittel und auch keine Bundes- oder EU-Mittel.

Obdachlosigkeit macht die Menschen der Straße oft würdelos – und dagegen sollten wir alle immer etwas tun. Nochmals vielen Dank für Ihre Spende!!

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